MAGISCHES  Salento -  eine Reise zu den Wurzeln der Musik- und Tanztradition, Pizzica Tarantata, in Apulien.

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 Am 9. Mai 1965 stirbt ein großer Ethnologe, Kultursoziologe und Folklorist, der wie kein anderer Wissenschaftler die magischen Kulturtechniken des Mezzogiorno erforschte. Die  offizielle italienische Hochkultur des XX. Jhd  ignorierte sie weitgehend. Ihnen haftete zu sehr das Stigma der Rückständigkeit, des Bäuerlichen und des primitiven Aberglaubens an, wo doch Italien sich anschickte, modern sein zu wollen.

Ernesto de Martino, 1908 in Neapel als Kind des Südens geboren, erforscht in den 50er Jahren das Phänomen des “Tarantismus”.Er reiste durch den Süden Italiens und veröffentlichte seine Beobachtungen und Überlegungen. De Martino stellte fest, dass in Apulien eine Form der Tanztrance herrschte, Tarantismus genannt, die von einer Legende genährt wurde. Im Sommer, bei der Weinernte, soll der Biss einer Tarantel unglückliche Frauen in Trance versetzt haben und nur ein Musikspiel mit Tamburin konnte dem ein Ende setzen.  Der heutige zeitgenössische populäre Tanz in Apulien, Pizzica Pizzica, oder auch Pizzica Tarantata genannt,  bezieht und beruft sich auf diese Legende, auf diese Jahrtausend alte Kulturtechnik: Tanzen, um sich selbst zu heilen.

Wir reisen  also zu den Wurzeln der Tanz-Trance in den Salento. Wir bereisen die Halbinsel Apuliens, von Brindisi nach Santa Maria de Leuca, von Gallipoli nach Tarent.

In  der Stadt  Galatina, unweit von der Provinzstadt Lecce, suchten die von der Tarantel heimgesuchten Frauen Heilung in der Kapelle des Heiligen Paulus. Die längst entweihte Kapelle des Heiligen war ihnen Zuflucht und sie tanzten bis sie vor dem Altar erschöpft zusammen brachen. Das Besondere an dieser Legende ist, dass sie, wie ein Spinnennetz, Bezüge aufzeigt zur mythischen Welt der alten Griechen, zu den schamanischen Heilungsrituale früher Kulturen, zum katholischen Glauben als Erlösung durch die ekstatische Anbetung von Heiligen ( man denke an die Heilige Teresa von Avila). Dass Tanz und Musik die Seele heilen kann, darüber sind sich heute die meisten Wissenschaftler einig, in vielen Krankenhäuser  werden sie als Therapeutikum angeboten. Das Besondere an der Legende des Tarantelstiches besteht allerdings darin, dass die Heilung einer Öffentlichkeit bedurfte, der Musiker, der Verwandten, derjenigen, die zur Kapelle des Hl. Paulus pilgerten und derjenigen die zuschauten. Kurz es bedurfte des Blickes des “Anderen” um zu heilen.  Ab dem 28. Juni,  mit den Feierlichkeiten zum Hl. Paulus, wird in ganz Apulien die Zeit der “Pizzica” eingetrommelt, auf öffentlichen Plätzen tanzt jung und alt. Gefeiert wird in vielen Gemeinden Apuliens bis zum 25. August. Hilft das den Apuliern die Krisen im Leben, die wiederkehrenden Krisen in der gebeutelten modernen Welt, auszuhalten?

Unsere Reise stellt Ernesto de Martino vor, das was er  vor einem halben Jahrhundert reisend erlebte, wie er diese rituellen Kulturpraktiken beschrieb, wo und wie man sie heute noch antrifft. Wir treffen den Filmemacher Edoardo Winspeare in Tricase, seinem Geburtsort, der diese Legende in seinem Film “sangue vivo” (lebendiges Blut) Ende der 1990er Jahre aufgegriffen und in Szene gesetzt hat. Hat er Antworten auf unsere Fragen?Ein Filmabend ist vorgesehen,  auf einem “Jazzo”, einem Ort, eines schmuck sanierten Gutshofes, wo in alten Zeiten Schafe gehalten wurden und heute mit kulinarisch-magisch-salentinischen Köstlichkeiten aufgewartet wird. Danach gibt es Pizzica so viel man will und kann.

 Zu unserem Reiseprogramm bieten wir 3  Reisetermine an :

 1. Termin:

27. Juni bis 3. Juli 2015 (inklusive An-und Abreisetag)

Die Zeit der Pizzica wird mit den Feierlichkeiten für die Schutzpatrone  San Pietro e Paolo in Galatina eröffnet. Wir besuchen die schönen Städte Galatina und Nardó, Heimat der Pizzica und seiner Legende. Es sind Tagesausflüge, die wir von unserem Hotel aus unternehmen. Wir lernen aber auch die Grundschritte der Pizzica tanzen, die Antonio, Yoga- und Tanzlehrer aus Martina Franca, uns beibringt. Die kulinarischen  Spezialitäten des Salento, wie zum Bespiel die “Citedda”, eine frische Brotsuppe mit Gurken, Tomaten und  frischen Kräutern wird Signora Carmela uns zeigen.

2. Termin:

Mo. 10. August bis Mo 17.August (inklusive An-und Abreisetag)

Es ist die Sommer-Hochzeit, mit Ferragosto am 15. August, den zivilen wie kirchlichen Feierlichkeiten zu Ehren des Hl. Rochus, Schutzpatron sehr vieler Städte in Apulien. Die Pizzica und die Rezza in San Vito dei Normanni, eine salentinische  Kleinstadt, sorgen dafür dass San Vito  über die Stadtgrenzen hinaus bekannt geworden ist. Sie lädt zum Verweilen, Schlemmen und Flanieren  in den sommerlichen Abendstunden ein. Genauso wie die nahe gelegenen Orte Ceglie Mesapica, Cisternino, Ostuni und die  Hauptstadt Brindisi.

3. Termin:

Sa. 22. August bis Sa. 29. August ( Rundreise inklusive An-und Abreisetag)

Natürlich steht das Festival der Pizzica in der Stadt Melpignano am 25. August im Mittelpunkt der Reise. Wir entdecken den Salento mit den Hauptstädten Otranto, Lecce und Taranto. Wir durchfahren und lernen einige Gebiete des Salento kennen, wo das altsprachliche Griechisch “Grico” noch gesprochen wird, wie  in Calimera, Carpignano  Salentino,  Castrignano dei Greci, Corigliano d’Otranto, Cutrofiano. Die  Messapier und  das alte Byzanz haben hier sichtbar ihre Spuren hinterlassen.

Ablauf der Reisen

Detaillierte Informationen zum Ablauf der Reise sind zu erfragen. Genauso der Preis. Die Reisen finden ab 6 Personen statt.

Die nahe gelegenen Flughäfen sind Brindisi und Bari.

Für weitere Informationen stehe ich gern zur Verfügung. (Kontakt) 

Apluvia Service – incoming Service übernimmt die Organisation von der Flugbuchung bis zur Hotelreservierung.

Ihre Cosima Santoro

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