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LOCOROTONDO, der runde Ort, klein, fein und mit Weitblick. Er thront auf einer Anhöhe von  410 meter und schaut hinunter in das Itria Tal, la Valle d´Itria. Das Tal ist berühmt für die Trulli, Kuppelbauten von innen, die aber von außen, wie steife,  steinerne,  weiß strahlende Zipfelmützen aussehen und rundherum die Landschaft zieren. Es sollen noch circa 10.000 alte Trulli geben. Einer ist sicher der meinige, der am Rande der Valle d´Itria nach einer Sanierung  gerade zu neuem Leben auferstanden ist.

Der Besuch der kleinen Stadt Locorotondo, die gerade 15.000 Seelen zählt, hat der österreichische Reiseveranstalter “Prima Reisen” veranlasst. In der Regel fährt man an Locorotondo vorbei. Aber diesmal durften die  Gäste aus Österreich ausschwärmen und sie kamen nicht mehr aus dem Schwärmen heraus: wie schön ist es hier!!!!  Vom hochgelegenen Stadtgarten, “giardino comunale”,  genossen sie den Blick in die Weite und  den Duft des Landes, der vom Wind hoch getragen Körper und Geist belebte. Anschließend flanierte man durch die Gassen und schaute in die Chiesa madre, die Mutterkirche Sankt Georg hinein, wie auch in einer Kapelle, von außen ganz unscheinbar, im inneren mit Fresken verschönert, die dem Heiligen Nicola gewidmet ist. Der Heilige Nicola ist ein weltberühmter Heiliger, Seeleute und Händler verehren ihn. Tatsächlich war der Heilige Nicola vor allem ein Segen für die Kinder. Er ist der Schutzpatron der Kinder, die in der Menschheitsgeschichte nicht selten der Gewalt von Eltern und anderen Autoritätspersonen ausgesetzt waren. Manche Wunder des Heiligen Nicola beschreiben die Errettung von Kindern.

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Ich, als Cicero, Apulierin von Hause aus, aber auch bekennende Wahlberlinerin, habe mich sehr über diese Gäste gefreut, die mir und meiner Heimat mit Neugier und offenem Herzen begegneten. Klar kam auch häufig die Frage, was mich denn nach Berlin verschlagen habe, wo doch meine Heimat im Gegensatz zur Hauptstadt des alten Preußen so viel Schönheit biete. Ja , das ist eine lange Geschichte, denke ich und sage : die Geschichte erzähle ich ihnen ein nächstes Mal, wenn sie wieder kommen. Aber soviel verrate ich: ein Siegfried war schuld daran, dass der ferne Norden lockte.

Und natürlich wollte nicht nur das Auge und der Geruchssinn  befriedigt werden, in einer alten Masseria, einem historischen Gutshof, wurde auch der Gaumen  mit vielerlei Köstlichkeiten verwöhnt!! Es wurden über ein Dutzend Vorspeisen  und die genuin apulische Pasta “orechiette”, Öhrchen, gereicht. Viel Hände waren nötig, um die hungrigen Gäste zu bewirten. In der Küche waren die fleißigen, apulischen Frauen dabei, die nötigen Mengen für die Raubtierfütterung herzustellen. Derweil erfreuten sich die Gäste im Kräutergarten des Gutshofes an der Farbenpracht.

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Das Aufbrechen viel schwer. Nach dem salentinischen Lebensgefühl hätte nun eine Siesta statt finden müssen. Nicht von ungefähr gehören viele apulische Städte der slow-food-Bewegung an: Das genuine Essen mit Muße genießen, wie auch das anschließend sich einstellende behaglich, warme Gefühl des rundherum SattSeins. Gehts uns gut im Salento: “Salentu, lentu, lentu”. Das ist Lebensqualität!

Wir haben noch einige andere Städte besucht, die von gängigen Reiseführern wenig bedacht werden, wie zum Beispiel  Monopoli, eine alte Stadt, mit Fischerei, aber ein wenig im Schatten der schmucken Stadt Polignano a mare. Beide Städte liegen nah beieinander und klugerweise war ein Besuch beider Städte auf dem Plan.

Prima Reisen hat wirklich ein  prima Programm zusammen gestellt und Petrus hat auch prima mitgespielt! Es waren wunderbare Tage, der blaue Himmel übersät mit weißen Wattebauschs und Gäste, die bereit waren, Schritt um Schritt, mit mir tausende von Schritten zu gehen. Prima! Danke, danke, grazie, cari austriaci !