Sie fing nicht gut an, meine erste Saison in 2016, als Cicero in Apulien. Das darf man natürlich nicht sagen. Aber ja, so war es! und Gott im Himmel! IMG_0334 bus webist doch unwürdig ständig die Realität auf Hochglanz zu putzen –  wie ein bettelarmer Strolch.

Brauche ich das? Es fing schlecht an, ja, und? es hörte gut auf. Und? Es wäre doch furchtbar gewesen, wenn es umgekehrt gewesen wäre. Wie es dazu kam, dass doch alles gut wurde, will ich erzählen. Oder. Vielleicht  lass ich es auch sein. Ich will nicht langweilen und redundant erzählen, was in drei Sätze gesagt werden kann: Die Menschen, mit denen ich unterwegs war, waren neugierig. Sehr aufmerksam und zugewandt.

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busfahrer IMG_0793Und drittens, ganz gelassen, im Hier und Jetzt. Meine Grippe und die Watte im Kopf haben sich aufgelöst, wie die Wolken am apulisch blauen Himmel. Von alleine.  Und es ist eine masseria IMG_0827wunderbare, schöne Woche mit den Gästen aus Nord Rhein Westfalen geworden.

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Von der Krone Apuliens, Castel del Monte, über Ostuni und dem Besuch eines typischen apulischen Gutshofes, Masseria genannt, bis zu den Grotten in Castellana und den Trulli in Alberobello, und weiter zur  Landeshauptstadt Bari und der ältesten Stadt Europas, Matera, habe ich gezeigt, was zu zeigen war, und von den Dingen erzählt, die nicht zu sehen waren, aber unsere Kultur  mit bedingt haben.

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Meine Gäste haben mich beim Abschied sehr berührt.

gruppe ostuni IMG_0719Im Laufe der Woche war eine Vertrautheit entstanden, die  dem Einen oder Anderen  erlaubt hat, mir  etwas von sich zu zeigen, von ihrem Leben zu erzählen. Ich habe  ein vielfältiges Bild meiner Heimat zeichnen können. Einer Heimat, von der ich ein Teil bin, und von der ich ganz weit weg bin. Und weil ich die Hälfte des Jahres ganz weit weg bin, tausende von Kilometer weit weg, kann ich davon erzählen, wie nah mir mein Geburtsland und seine Menschen ist und gleichzeitig wie fremd.  

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Weit weg ist mein deutsches Leben, mit meinem Kind, meinen Freunden, den Orten und den Landschaften, die mir ein Zuhause-Sein-Gefühl geben. Weit weg und ganz nah. Ach. Seufz. Seufz. Sospiro.Sospiro.Sospiro. Ich habe Farauallas “Sospiro” eingespielt. Faraulla, wie ein Stück Land aus dem Inland, bei Altamura, so nennt sich diese Frauengruppe, aus dem Salento, die ohne Musikinstrumente auskommt, wo allein der Atem, die Stimme zählt. Da war ich wieder ganz in meiner Heimat. In diesen Stimmen bin ich zu Hause.

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